Ziesenis König Friedrich II. von Preußen (1712-1786) stand während seiner Regierungszeit nur einmal im Jahre 1763 einem Künstler als Modell zur Verfügung, und zwar für ein Gemälde von Johann Georg Ziesenis (1716-1776). Es handelt sich um das wahrscheinlich einzige lebensechte Porträt des Königs.

Es wurden mehrere Kopien des Gemäldes von Ziesenis selbst angefertigt. Die ersten Ausfertigungen erhielten Herzogin Philippine Charlotte von Braunschweig-Wolfenbüttel, die Schwester des Königs Friedrich II., deren Vater König Georg I. von Großbritannien sowie deren Nichten.

Wieviele Kopien es tatsächlich gab, ist bis heute nicht bekannt. Eine der von Ziesenis selbst angefertigten Kopien befindet sich im Kurpfälzischen Museum, Schiffgasse 10, 69117 Heidelberg. Eine weitere wurde im Sommer 1937 während einer Sonderausstellung im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover gezeigt.

Am 10.10.2009 wurde dieses Gemälde beim Bremer Auktionshaus Bolland & Marotz versteigert. Im Vorfeld der Versteigerung hatte Frank M. Rauch, der Besitzer des Schifferhauses, das Kunstwerk besichtigt und aufgrund eines Aufklebers, der auf der Rückseite des Rahmens erhalten war, als Herkunft das Niedersächsische Landesmuseum Hannover festgestellt, wo es zuvor lange Zeit als Leihgabe ausgestellt war. Offenbar wollten die Nachfahren des Preußenkönigs sich von dem wertvollen Familienstück trennen. Der Preis des Gemäldes stieg während der Auktion innerhalb weniger Minuten von 450.000 Euro auf 670.000 Euro. Rauchs Brief an den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien führte zum Eintrag in das "Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes" gemäß § 3 Absatz 2 des Gesetzes zum Schutz deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung.

Verfasst am 03.09.2018, letzte Änderung am 11.09.2018